Herausforderung die II.

Darf man diese Virus-Krise mit der „Wende“ von 1989/1990 vergleichen? In vielen Bereichen sicher nicht, in manchen schon.

Die Wende hat uns vor die erste Herausforderung gestellt: Auf einmal waren wir Ostmenschen mündige Staatsbürger. Wir durften plötzlich eine Meinung haben, wir durften frei wählen. Und wir mussten, um unsere Freiheit im Denken und Reisen auch zu nutzen, das nötige Kleingeld verdienen.

Jetzt verlangt dieses Virus (bzw. die Angst vor selbigem), dass ich mit mir selber klarkomme. Wenn alle Zerstreuung, Unterhaltung zusammenschrumpft, was mache ich in der vielen freien Zeit, die ich vorher mit Einkaufen, Essen gehen, Konzert- und Kinobesuchen erschlagen habe? Will ich wirklich ein Buch lesen, Telefonieren, Skypen, Ausruhen, Wandern, Radfahren? Kann ich mich ertragen? Einfach mich selbst annehmen?

Forderte die erste den Wandel vom Untertan zum freien Bürger, so ist die zweite die Umkehr vom bewusstlosen Konsum zum achtsamen Leben.

Kommt darauf an, wass jeder daraus macht…


Das Spiegel-Virus

Viele haben im Moment eine schlechte Zeit. Wir können jetzt 2 verschiedene Wege gehen:

Einerseits könnten wir unser Mitgefühl, unsere Phantasie und unsere Solidarität entdecken. Unsere Menschlichkeit.

Andererseits könnten wir losgehen und einen Schuldigen für unser Dilemma suchen.

„Widerstand“ ruft es im Lande – Widerstand wogegen?

Gegen unser aller Unwissen? Gegen die Gelehrten, die wir verdächtigen, mehr zu wissen als unsereins (warum auch immer)…
Widerstand gegeneine Regierung, die ihr Volk planmäßig bevormundet? Ganz ehrlich? Das ist mir zu blöd. Wenn diese Regierung etwas nicht hat, dann ist das ein Plan. Und wenn diese Regierung etwas hat, dann ein Händchen für Krisen.

Dieses Virus hält uns einen Spiegel vor. Wir sehen unsere Gesellschaft wie im Brennglas. Und was wir da sehen, wird immer beschämender, je länger dieser Zustand andauert. Nach den Wochen der Hilfsbereitschaft kommen nun die Wochen der blinden Wut.

Leute, wenn ihr wieder aus dem Haus geht, lasst die Spaltaxt daheim.

Lasst uns den anstrengenderen Weg wählen, denn der ist der einzige, den wir haben. Wir wissen das doch.

Nehmt den Wüterich, den Eiferer, den Gleichgültigen, den Schlaumeier und den coolen Typen, die Ärztin, die Lehrerin, die Klofrau, die Väter und Mütter – Eure Nachbarinnen und Nachbarn, in Eure Mitte, nehmt sie ernst, eifert nicht nach richtig oder falsch. Helft, wo ihr gebraucht werdet, nehmt Hilfe an. Seid einfach Nachbarn, Mitmenschen.

Man muss nicht jedermanns Freund sein, aber auch niemandes Feind.

Auferstehung

Ob Du nun Christ bist oder nicht:

Ostern ist für alle die Botschaft, dass das Leben weitergeht.

Nach Krankeit, nach Streit, nach dem Tod.

Es ist, wie gesagt, die Botschaft an alle. Jeder Einzelne kann in Krankheit, Einsamkeit, im Streit sterben. Oder einfach so.

Und doch ist Ostern, ist es auch heute. Das Leben erneuert sich, solange ein Funke Menschlichkeit, ein Funke Glaube, Hoffnung, Liebe zwischen uns Menschen bleibt.

Es liegt an uns, diese Botschaft anzunehmen, zu verstehen und weiterzugeben.

Damit immer wieder Ostern sein kann.

Und ob Du es Auferstehung, Auferweckung oder anders nennst – egal.

Die CoV-2-Seuche: Informationsquellen

WHO

Weltweiter aktueller Überblick: World-o-Meter

Robert-Koch-Institut

Bundesministerium für Gesundheit

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Thüringen: Bulletin der Landesregierung

Thüringen: Aktuelle Lage

Weimarer Land / Gesundheitsamt

Weimarer Land / Allgemeinverfügungen

Virologe Christian Drosten: Podcast

Kekulés Corona-Kompass

 


Unsere Zeit

Wir werden später unterscheiden in die Zeit vor Corona und die Zeit nach Corona.

„Weißt Du noch, gleich nach Corona?“

Als wir noch begriffen hatten, was es heißt: verletztbar zu sein und darin vereint über Ländergrenzen, politische Lager und Glaubenschranken.

Als wir noch geerdet waren und solidarisch.

Und uns geschworen hatten, es zu bleiben.

Und nun, Herr Ramelow?

Das zuächst Wichtigste: Thüringen hat eine Regierung. Danke für die konstruktive Arbeit dorthin.

Es hat wieder die Linke das Ruder in der Hand. Das wird so lange bedenklich bleiben, als diese Partei dem stalinistichen Ungeist huldigt.

Ihr habt der SPD die sozialen Themen abgenommen, als die sie sie billig abgegeben hat. Danke dafür, denn die SPD ist leider kein sicherer Ort mehr dafür.

Aber Leute – das ist ein Auftrag. Das ist eine Hoffnung, dass ihr die Lobby des kleinen Mannes seid. Der kleinen Frau auch, ja… (darf Mann das so sagen?)

Das heißt nicht, in den Keller gehen, die Panzerfäuste streicheln, Hymnen summen, von Umsturz träumen! Das heißt, Anarchie und Gewalt abschwören. Das heißt, die Verbrechen der Vergangenheit Verbrechen nennen. Das heißt, die Würde eines jeden Menschen achten. Die Signale aus Ihrer Strategie-Brigade in Kassel waren entsetzlich.

Und nun, Herr Ramelow, mit dieser Aufgabe im Gepäck, viel Glück, Kraft und Gesundheit in den nächsten Monaten! Wir werden zusammenstehen. Wir werden es müssen und, wenn möglich, auch wollen. Wer wenn nicht Sie kann beweisen, dass man Kommunist und Demokrat sein kann? Jetzt erst einmal vereint gegen den gemeinsamen Feind SARS-CoV2- Und dabei den zweiten gemeinsamen Feind im Auge behalten.

Wer lenkt Thüringen?

Spätestens seit dem 5. 2. 2020 ist es uns allen klar: So geht es in Thüringen nicht weiter. Die Wahl des Ministerpräsidenten war ein fatales Signal. Ich will jetzt nicht auf die Details gehen, denn das hilft nicht weiter. Wir müssen daraus lernen. Unsere politische und soziale Kultur ist ziemlich niedergeschlampert. Das muss aufhören! Dazu einige Grundübungen zum sofortigen Anfang:

Respekt im Umgang miteinander, denn jeder Mensch hat Respekt verdient. Ich meine wirklich „jeder“!

Klugheit im politschen Handeln:

  • Verantwortung übernehmen
  • Transparent handeln
  • Das Beste für die Menschen in Thüringen suchen
  • Auf andere hören, auch wenn es weh tut.

Klare Haltung zeigen:

Die Gesellschaft ist ein offenbar anfälliger Organismus. Bekannte Erreger wie Faschismus und Diktaturen aller Art müssen wir immer wieder bekämpfen. Sie ergreifen Besitz vom Gemeinwesen und zerstören es, weil sie damit nichts anfangen können. Stammtische sollen da bleiben, wo sie sind.

Die Geschichte – gerade in Thüringen – ist reich an Beispielen, was wir vermeiden und was wir besser machen können.

Nach vorne schauen

  • Unser tägliches Leben ist reich an Beispielen, wo sich Menschen in Respekt begegnen, klug handeln und Haltung zeigen
  • Wir sollten es hinkriegen, in unserer Mitte kluge Menschen zu finden, die für Thüringen sprechen, handeln und unser Land lenken.