Woher kommt diese Wut?

Wir haben vier Eigenschaften, die uns das Leben schön machen, aber auch verdammt schwer:

  1. Wir wollen frei sein. Frei im Denken und im Handeln. Dass diese Freiheit eine zweite Seite hat (die heißt Verantwortung), übersehen wir gelegentlich. Das ist nicht schlimm, denn dabei hilft uns Eigenschaft Nummer 2:
  2. Wir wollen Führung haben. Im Klartext: Wir wollen die Verantwortung abgeben. Wenn immer es zu schwierig wird, rufen wir nach Führung: Erst nach Mama, dann nach dem Staat. Das ist natürlich ein Widerspruch, aber das ist nicht schlimm. Wir haben ja zum Glück Eigenschaft 3:
  3. Wir können unsere Fehler ausblenden. Das ist sehr hilfreich, schützt vor Minderwertigkeitsgefühlen und Depressionen, macht das Leben angenehm und leicht. Aber obwohl wir nun ein fast perfektes Weltbild haben, gehen immer noch so viele Dinge schief. Wer ist daran schuld? Ganz klar:
  4. Schuld sind immer die anderen. Und damit ist der geniale Kreis geschlossen.

Dummerweise sind wir trotzdem nicht glücklich. Wie auch, wenn wir uns schon ab Eigenschaft 1 anfangen selbst zu belügen? Aber je tiefer wir ins Lügengeflecht gelangen, umso schlechter können wir die Lügen zugeben, später können wir sie nicht mal mehr als Lüge erkennen. Und hier ist der Punkt, wo die Wut herkommt: Ich bin doch im Recht und alle anderen im Unrecht (ausgenommen die Handvoll Leute, auf die ich angewiesen bin). Was macht das mit mir, der ich nur noch von Feinden umzingelt bin? Leicht vorzustellen: Ich werde regelrecht verrückt vor Wut.

Aber wie komme ich da wieder raus?

Ich will da gar nicht wieder raus, weil: das tut weh! Dafür müsste ich zuerst meine Waffen, dann meine Überzeugungen über Bord werfen! Das letzte, was ich brauche, sind Belehrungen von wohlmeinenden Besserwissern, die meine Argumente zerpflücken, um mich zu bekehren.

Es würde schon helfen, ernst genommen zu werden, nicht in irgendeine Ecke gestellt oder als <Whatever>-„Leugner“ abgestempelt zu werden. Ist es nicht wichtig, die Dinge zu hinterfragen, skeptisch zu sein, die allzu Selbstsicheren herauszufordern, Dummheit beim Namen zu nennen?

Das ist der Bereich, wo wir uns treffen müssen, wo Kraft und Ausdauer gefragt sind. Da kann aus der Wut was Brauchbares werden.

Wenn wir nicht nur meckern, sondern sagen, wie es besser geht.

Wenn wir für unser Denken und Tun Verantwortung übernehmen. Und behalten.

Der Traum ist aus!

Erleichterung: Donald J. Trump verlässt Washington D.C. am Morgen des 21. 1. 2021

Ein Alptraum geht zu Ende. Erstmal aufatmen. Aber dann bitte dranbleiben. Das kann, das darf nicht wieder passieren. Ein so durchschaubarer Taschenspieler, was hat er mit der Demokratie angestellt? Was hat er mit uns gemacht? Bestenfalls hat er uns gezwungen, Farbe zu bekennen. Nicht für Links oder Rechts, Rot oder Grün – für Humanität, Solidarität, Verantwortung, Frieden. Gegen Respektlosigkeit, Überheblichkeit, gegen Hass und Häme.

Mögen sich alle, ob Demokraten oder Republikaner, am Hinterkopf kratzen, sich schütteln und die Katerstimmung nutzen, um zur Besinnung zu kommen. Es geht doch nicht ums Rechthaben oder ums Reichwerden. Es geht darum, einander zu dienen. Und ab und zu mal in das dicke Buch reinzuschauen, statt es verlogen in die Kamera zu halten.

Anstandssieg

Jawoll! Es muss auch ab und zu Lichtblicke geben. Die Abwahl Donald Trumps als US-Präsident ist so einer. Nicht, dass die Welt schlagartig ein besserer Ort wäre, aber die Aussicht darauf ist es.

Lasst uns aus den letzten Jahren lernen, wie schnell man einem Großmaul auf den Leim geht. Und es nicht so schnell vergessen!

Amerika, Du hast es so gewollt, Du hast es ertragen, Du hast es abgeschüttelt. Du hast gezeigt, wie Demokratie geht.

Mr. Biden, Mrs. Harris: Bitte übernehmen Sie und zeigen Sie sich dieser Aufgabe würdig. Dieses Land und diese Welt haben es verdient.

Trump-Wähler müssen erst einmal stark sein, so wie immer nach einer verlorenen Wahl. Hoffentlich sind auch Respekt und Anstand ansteckend.

Gute Genesung!

Hier nochmal, weil es so schön war / ist / bleibt


.. und noch einer

Herausforderung die II.

Darf man diese Virus-Krise mit der „Wende“ von 1989/1990 vergleichen? In vielen Bereichen sicher nicht, in manchen schon.

Die Wende hat uns vor die erste Herausforderung gestellt: Auf einmal waren wir Ostmenschen mündige Staatsbürger. Wir durften plötzlich eine Meinung haben, wir durften frei wählen. Und wir mussten, um unsere Freiheit im Denken und Reisen auch zu nutzen, das nötige Kleingeld verdienen.

Jetzt verlangt dieses Virus (bzw. die Angst vor selbigem), dass ich mit mir selber klarkomme. Wenn alle Zerstreuung, Unterhaltung zusammenschrumpft, was mache ich in der vielen freien Zeit, die ich vorher mit Einkaufen, Essen gehen, Konzert- und Kinobesuchen erschlagen habe? Will ich wirklich ein Buch lesen, Telefonieren, Skypen, Ausruhen, Wandern, Radfahren? Kann ich mich ertragen? Einfach mich selbst annehmen?

Forderte die erste den Wandel vom Untertan zum freien Bürger, so ist die zweite die Umkehr vom bewusstlosen Konsum zum achtsamen Leben.

Kommt darauf an, wass jeder daraus macht…


Das Spiegel-Virus

Viele haben im Moment eine schlechte Zeit. Wir können jetzt 2 verschiedene Wege gehen:

Einerseits könnten wir unser Mitgefühl, unsere Phantasie und unsere Solidarität entdecken. Unsere Menschlichkeit.

Andererseits könnten wir losgehen und einen Schuldigen für unser Dilemma suchen.

„Widerstand“ ruft es im Lande – Widerstand wogegen?

Gegen unser aller Unwissen? Gegen die Gelehrten, die wir verdächtigen, mehr zu wissen als unsereins (warum auch immer)…
Widerstand gegeneine Regierung, die ihr Volk planmäßig bevormundet? Ganz ehrlich? Das ist mir zu blöd. Wenn diese Regierung etwas nicht hat, dann ist das ein Plan. Und wenn diese Regierung etwas hat, dann ein Händchen für Krisen.

Dieses Virus hält uns einen Spiegel vor. Wir sehen unsere Gesellschaft wie im Brennglas. Und was wir da sehen, wird immer beschämender, je länger dieser Zustand andauert. Nach den Wochen der Hilfsbereitschaft kommen nun die Wochen der blinden Wut.

Leute, wenn ihr wieder aus dem Haus geht, lasst die Spaltaxt daheim.

Lasst uns den anstrengenderen Weg wählen, denn der ist der einzige, den wir haben. Wir wissen das doch.

Nehmt den Wüterich, den Eiferer, den Gleichgültigen, den Schlaumeier und den coolen Typen, die Ärztin, die Lehrerin, die Klofrau, die Väter und Mütter – Eure Nachbarinnen und Nachbarn, in Eure Mitte, nehmt sie ernst, eifert nicht nach richtig oder falsch. Helft, wo ihr gebraucht werdet, nehmt Hilfe an. Seid einfach Nachbarn, Mitmenschen.

Man muss nicht jedermanns Freund sein, aber auch niemandes Feind.

Auferstehung

Ob Du nun Christ bist oder nicht:

Ostern ist für alle die Botschaft, dass das Leben weitergeht.

Nach Krankeit, nach Streit, nach dem Tod.

Es ist, wie gesagt, die Botschaft an alle. Jeder Einzelne kann in Krankheit, Einsamkeit, im Streit sterben. Oder einfach so.

Und doch ist Ostern, ist es auch heute. Das Leben erneuert sich, solange ein Funke Menschlichkeit, ein Funke Glaube, Hoffnung, Liebe zwischen uns Menschen bleibt.

Es liegt an uns, diese Botschaft anzunehmen, zu verstehen und weiterzugeben.

Damit immer wieder Ostern sein kann.

Und ob Du es Auferstehung, Auferweckung oder anders nennst – egal.

Die CoV-2-Seuche: Informationsquellen

WHO

Weltweiter aktueller Überblick: World-o-Meter

Robert-Koch-Institut

Bundesministerium für Gesundheit

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Thüringen: Bulletin der Landesregierung

Thüringen: Aktuelle Lage

Weimarer Land / Gesundheitsamt

Weimarer Land / Allgemeinverfügungen

Virologe Christian Drosten: Podcast

Kekulés Corona-Kompass

 


Unsere Zeit

Wir werden später unterscheiden in die Zeit vor Corona und die Zeit nach Corona.

„Weißt Du noch, gleich nach Corona?“

Als wir noch begriffen hatten, was es heißt: verletzbar zu sein und darin vereint über Ländergrenzen, politische Lager und Glaubenschranken.

Als wir noch geerdet waren und solidarisch.

Und uns geschworen hatten, es zu bleiben.

Und nun, Herr Ramelow?

Das zuächst Wichtigste: Thüringen hat eine Regierung. Danke für die konstruktive Arbeit dorthin.

Es hat wieder die Linke das Ruder in der Hand. Das wird so lange bedenklich bleiben, als diese Partei dem stalinistichen Ungeist huldigt.

Ihr habt der SPD die sozialen Themen abgenommen, als die sie sie billig abgegeben hat. Danke dafür, denn die SPD ist leider kein sicherer Ort mehr dafür.

Aber Leute – das ist ein Auftrag. Das ist eine Hoffnung, dass ihr die Lobby des kleinen Mannes seid. Der kleinen Frau auch, ja… (darf Mann das so sagen?)

Das heißt nicht, in den Keller gehen, die Panzerfäuste streicheln, Hymnen summen, von Umsturz träumen! Das heißt, Anarchie und Gewalt abschwören. Das heißt, die Verbrechen der Vergangenheit Verbrechen nennen. Das heißt, die Würde eines jeden Menschen achten. Die Signale aus Ihrer Strategie-Brigade in Kassel waren entsetzlich.

Und nun, Herr Ramelow, mit dieser Aufgabe im Gepäck, viel Glück, Kraft und Gesundheit in den nächsten Monaten! Wir werden zusammenstehen. Wir werden es müssen und, wenn möglich, auch wollen. Wer wenn nicht Sie kann beweisen, dass man Kommunist und Demokrat sein kann? Jetzt erst einmal vereint gegen den gemeinsamen Feind SARS-CoV2- Und dabei den zweiten gemeinsamen Feind im Auge behalten.