Da haben wir’s

Wahlnacht in Thüringen: Höcke-hoch liegt der Unrat auf der Autobahn (Quelle: OTZ)

Das kam ja nun auch nicht unerwartet. Wenn ein ganzes Bundesland bar jeder Vernunft abstimmt, muss das ja Konsequenzen haben. Der Himmel machte seinem Zorn Luft und schickte ein kräftiges Unwetter. Bis zur Höcke wurde die A4 bei Bucha zuge…schüttet. Möglicherweise hat es wieder die Falschen erwischt.

Wahl-O-Rakel

Du weißt nicht, was Du wählen sollst. 

Dann stell dir vor: Nach einer durchzechten Nacht – welches Getränk wählst Du und warum? 

Pfefferminztee: Lass das alte Leben hinter Dir, stürz Dich ins Ungewisse

Kaffee schwarz: 1. aus Gewohnheit und 2. erst recht, weil es ungesund ist

Himbeerlimonade: Nüchtern und fad, aber vielleicht hilft es diesmal

Eierlikör: Wenn der Tag schon versaut ist, dann ordentlich

Prost!

Ehe Du fragst: Ja freilich, die Auswahl ist größer. Ein paar Getränke sind leider vorher schon links oder rechts vom Tisch gefallen, andere riechen penetrant, ganz wenige interessant. Aber ob die den nächsten Tag retten? 

Besuch

So könnte der Besuch aussehen

Machen wir uns nichts vor: Manchmal denken wir daran. Wie es sein wird, wenn plötzlich dieses UFO im Garten landet. Wenn sich kleine grüne Wesen mit Staubsaugerrüsseln mit ans Lagerfeuer setzen, komische Töne von sich geben und uns fragend anschauen.

Das US-Militär hat jetzt einen Bericht über auffällige Sichtungen vorgelegt, die zumindest auf unerklärliche Phänomene zurückzuführen sind. Für extraterrestrische Besucher gibt es allerdings (noch) keinen Beleg. Aber immerhin, wir werden mal wieder daran erinnert.

Was würde sich ändern?

Sind wir dann auf einmal ein Team – wir Erdlinge?

Werden wir uns mit den neuen Nachbarn vertragen oder genau so rüde sein wie wir es bisher gehalten haben?

Werden wir uns dann weniger wichtig nehmen oder dann erst recht nach den Sternen greifen?

Werden wir dann endlich über den Tellerrand schauen und unseren Blick weiten? Oder buddeln wir uns ein in Vorurteile und Verschwörungstheorien?

Entschuldigung für die blöde Frage, aber… warum können wir nicht schon jetzt damit anfangen, vernünftig zu werden?

Sehnsucht

Was ich in der Ferne suche
Weiß ich selbst nicht zu beschreiben.
Gehe dennoch auf die Reise,
Um die Sehnsucht zu vertreiben.

Offnen Herzens, offnen Ohres
schwelge ich am Sehnsuchtsort.
Sind auch die Sinne schwer beschäftigt –
Das Herz zieht leise mich hinfort.

Irgendwann hab ich`s verstanden
Und packe meine Sachen ein.
Es braucht Beständigkeit und Ruhe
Es hat Sehnsucht: nach daheim!

Schon wieder Ostern?

Hatten wir doch gerade erst – als wir in den Seuchen-Alltag eintauchten. Schon letztes Jahr war Eiersuchen nur im kleinen Kreis erwünscht. Und noch immer streitet die Gesellschaft im Ganzen wie im Einzelnen um Freiheit und Verantwortung. Jeweils aus eigener Perspektive.

Und der Winter will auch nicht gehen.

Aber irgendwann muss er. Wenigstens das ist sicher. Das sagt die Erfahrung.

Ob das Virus sich verscheuchen lässt oder zumindest kontrolliert einhegen, das ist nicht sicher. Das sagt die Vernunft.

Aber wir haben die Freiheit, uns zu entscheiden. Ob wir den Winter verfluchen, ob wir am zögernden Frühling verzweifeln, oder ob wir einfach nur die Türe aufmachen, um frische Luft und eine Brise Hoffnung herein zu lassen. Die Fenster öffnen, um Licht und einen Funken Glauben herein zu lassen.

Das ist unvernünftig? Na und? Es ist einen Versuch wert. Immer wieder.

Allseits einen schönen Palmsonntag und eine gute Karwoche.

Ostern kommt, so oder so. Auch nächstes Jahr wieder.

Woher kommt diese Wut?

Wir haben vier Eigenschaften, die uns das Leben schön machen, aber auch verdammt schwer:

  1. Wir wollen frei sein. Frei im Denken und im Handeln. Dass diese Freiheit eine zweite Seite hat (die heißt Verantwortung), übersehen wir gelegentlich. Das ist nicht schlimm, denn dabei hilft uns Eigenschaft Nummer 2:
  2. Wir wollen Führung haben. Im Klartext: Wir wollen die Verantwortung abgeben. Wenn immer es zu schwierig wird, rufen wir nach Führung: Erst nach Mama, dann nach dem Staat. Das ist natürlich ein Widerspruch, aber das ist nicht schlimm. Wir haben ja zum Glück Eigenschaft 3:
  3. Wir können unsere Fehler ausblenden. Das ist sehr hilfreich, schützt vor Minderwertigkeitsgefühlen und Depressionen, macht das Leben angenehm und leicht. Aber obwohl wir nun ein fast perfektes Weltbild haben, gehen immer noch so viele Dinge schief. Wer ist daran schuld? Ganz klar:
  4. Schuld sind immer die anderen. Und damit ist der geniale Kreis geschlossen.

Dummerweise sind wir trotzdem nicht glücklich. Wie auch, wenn wir uns schon ab Eigenschaft 1 anfangen selbst zu belügen? Aber je tiefer wir ins Lügengeflecht gelangen, umso schlechter können wir die Lügen zugeben, später können wir sie nicht mal mehr als Lüge erkennen. Und hier ist der Punkt, wo die Wut herkommt: Ich bin doch im Recht und alle anderen im Unrecht (ausgenommen die Handvoll Leute, auf die ich angewiesen bin). Was macht das mit mir, der ich nur noch von Feinden umzingelt bin? Leicht vorzustellen: Ich werde regelrecht verrückt vor Wut.

Aber wie komme ich da wieder raus?

Ich will da gar nicht wieder raus, weil: das tut weh! Dafür müsste ich zuerst meine Waffen, dann meine Überzeugungen über Bord werfen! Das letzte, was ich brauche, sind Belehrungen von wohlmeinenden Besserwissern, die meine Argumente zerpflücken, um mich zu bekehren.

Es würde schon helfen, ernst genommen zu werden, nicht in irgendeine Ecke gestellt oder als <Whatever>-„Leugner“ abgestempelt zu werden. Ist es nicht wichtig, die Dinge zu hinterfragen, skeptisch zu sein, die allzu Selbstsicheren herauszufordern, Dummheit beim Namen zu nennen?

Das ist der Bereich, wo wir uns treffen müssen, wo Kraft und Ausdauer gefragt sind. Da kann aus der Wut was Brauchbares werden.

Wenn wir nicht nur meckern, sondern sagen, wie es besser geht.

Wenn wir für unser Denken und Tun Verantwortung übernehmen. Und behalten.

Der Traum ist aus!

Erleichterung: Donald J. Trump verlässt Washington D.C. am Morgen des 21. 1. 2021

Ein Alptraum geht zu Ende. Erstmal aufatmen. Aber dann bitte dranbleiben. Das kann, das darf nicht wieder passieren. Ein so durchschaubarer Taschenspieler, was hat er mit der Demokratie angestellt? Was hat er mit uns gemacht? Bestenfalls hat er uns gezwungen, Farbe zu bekennen. Nicht für Links oder Rechts, Rot oder Grün – für Humanität, Solidarität, Verantwortung, Frieden. Gegen Respektlosigkeit, Überheblichkeit, gegen Hass und Häme.

Mögen sich alle, ob Demokraten oder Republikaner, am Hinterkopf kratzen, sich schütteln und die Katerstimmung nutzen, um zur Besinnung zu kommen. Es geht doch nicht ums Rechthaben oder ums Reichwerden. Es geht darum, einander zu dienen. Und ab und zu mal in das dicke Buch reinzuschauen, statt es verlogen in die Kamera zu halten.

Das andere Weihnachten

Keine Frage, es ist tatsächlich ein anderes Weihnachten. Ob’s besser ist oder schlechter als die vorherigen – das ist nicht meine Frage. Ich frage mich, ob es mich näher an Weihnachten geführt hat. Das hat es.

Wenn alles Äußerliche wegfällt: Alles Geklingel und Getue, Kaufen, Hetzen, Saufen, Futtern, Andacht heucheln, über Zeitnot klagen… dann kommt diese dicke Gelegenheit, mich mit meinen Gedanken, Gefühlen, der Sehnsucht nach Weihnachten zu befassen. Zur Ruhe kommen, zu mir selber kommen: Einfach gut.

Ein Kind ist geboren. Das ist ein Wunder. Jedesmal aufs Neue. Jeder Mensch ist ein einmaliger Wurf, ein göttliches Geschenk. Wir könnten in dieser Zeit in uns gehen und darüber nachdenken. Und uns hinterher erfreut in die Augen schauen: Ja, Du bist ja auch so ein Geschenk. Und ich auch. Wir könnten uns darüber und aneinander freuen.

Vielleicht bin ich ja nicht das einzige Wesen, dem es so geht. Lassen wir die leeren, sinnlos gewordenen „Weihnachts“-Rituale einfach weg, sie wollen uns nur bis zur Besinnungslosigkeit berieseln. Oder seid mir zumindest nicht gram, wenn ich von nun an dankend verzichte, weil ich die „Corona-Weihnacht“ so andächtig fand.